BNE im Quartier

Zukunft gestalten im Quartier (ZiQ) ist ein Pilotprojekt des Referats für Bildung und Sport (RBS) auf Quartiersebene.

Quartiere nachhaltig gestalten

Auf Quartiersebene entfaltet Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) eine besondere Wirkung: Hier wirken nicht nur klassische Bildungseinrichtungen, sondern auch Kulturzentren, Nachbarschaftstreffs, Jugendzentren, Kirchen, Vereine oder lokale Initiativen als wichtige Multiplikator*innen. Sie sind nah an den Menschen, machen Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar und schaffen Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen.

Ihr besonderes Potenzial liegt darin, das Quartier als Ganzes im Blick zu haben. Multiplikator*innen können erkennen, wo es im Alltag noch hakt – etwa, wenn gute Ideen nicht alle erreichen oder wenn Nachbarschaften nebeneinander statt miteinander arbeiten. Durch Kooperationen und gemeinsame Aktionen stellen sie Verbindungen her, bringen Wissen zusammen und schaffen so ein größeres Bild. Dabei machen sie auch deutlich, dass nachhaltiges Handeln immer Teil größerer Zusammenhänge innerhalb eines Systems ist. Solche Perspektiven helfen, Nachhaltigkeit bewusster zu verankern und langfristig in den Routinen des Quartiers zu festigen.

Genau hier setzt das Pilotprojekt "Zukunft gestalten im Quartier" (ZiQ) an. Als Pilotprojekt des Referats für Bildung und Sport (RBS) und Teil der städtischen BNE VISION 2030 stärkt ZiQ Multiplikator*innen in ihrer Rolle als Vernetzer*innen und Systemdenker*innen. Es fördert Kooperationen im Quartier und unterstützt dabei, nachhaltiges Handeln nicht nur punktuell, sondern strukturell und langfristig im Stadtteil zu verankern.

Hintergründe zu ZiQ

Die Ziele von ZiQ sind

  • Weiterbildung: Multiplikator*innen werden befähigt, BNE spezifische Gestaltungskompetenzen in ihre Arbeit zu integrieren und diese weiterzugeben.
  • Praxisbezug: Das Gelernte soll unmittelbar in Projekten und Angeboten vor Ort Anwendung finden.
  • Vernetzung: ZiQ schafft Räume für Kooperation und Austausch zwischen Initiativen, Vereinen und Einrichtungen.
  • Zugang für alle: Alle Angebote sind kostenfrei und richten sich an aktive Menschen im Quartier – von Vereinsvertreter*innen bis zu lokalen Initiativen.

ZiQ ist als Pilotprojekt angelegt und wird in mehreren Phasen umgesetzt:

  • Die erste Laufzeit von ZiQ (2021 bis 2023) wurde in den Pilotquartieren Sendling und Moosach erprobt. In Sendling hat sich ein fester Kreis von etwa 30 Akteur*innen vernetzt. 2–3 Mal pro Jahr treffen sich die Akteur*innen im Quartierscafé, einem selbstorganisierten Austauschformat, zu wechselnden Nachhaltigkeitsthemen. Aus dieser Vernetzung sind bereits fruchtbare Kooperationen entstanden. Außerdem bildet das Format die Grundlage für die Weiterentwicklung von ZiQ in der zweiten Laufzeit.
  • In der zweiten Projektlaufzeit (2024 bis 2026) startet ZiQ in (Neu-)Aubing–Westkreuz–Freiham neu und wird in Sendling fortgeführt. Ergänzend ist ein stadtweites, institutionsübergreifendes Format vorgesehen, das 2 bis 3 zentrale Institutionen aus Bildung, Kultur und Sozialem einbindet. Im Institutions-Coaching werden Akteur*innen individuell unterstützt, ihre Rolle im Quartier zu stärken und wirkungsvoll trotz hoher Belastung zu arbeiten. So entsteht ein zentrales Angebot, das Multiplikator*innen für ihre Arbeit im Quartier bedarfsgerecht fit macht.

ZiQ trägt zur Umsetzung der folgenden Maßnahmen aus der BNE VISION 2030 bei:

  • LV-M1.1.1: Durchführung des Modellprojekts "Zukunft gestalten im Quartier" zur Vernetzung und Sichtbarkeit von BNE sowie zur Qualifizierung von Multiplikator*innen in zwei Stadtteilen.
  • LV-M3.1.2: Erstellen einer Umsetzungshilfe / Toolbox zur Ausrichtung von BNE-Angeboten auf die zielgruppenspezifischen Bedarfe in den Stadtteilen.
  • LV-M3.3.2: Durchführung von zielgruppenspezifischen BNE-Schulungen für Multiplikator*innen im Stadtteil.
  • AW-M3.1.1: Entwicklung von Bildungsbereich-übergreifenden BNE-Modulen für die Aus- und Weiterbildung mit Transfer zu lokalen Nachhaltigkeitsthemen und Herausforderungen und zur Umsetzung der SDGs auf lokaler Ebene.

ZiQ vermittelt praxisnah die BNE-Gestaltungskompetenzen, die von der UN im Rahmen der Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" definiert wurden. Sie befähigen Multiplikator*innen Systemzusammenhänge zu erkennen, komplexe Themen zu verstehen und nachhaltige Veränderungen aktiv umzusetzen.

  • Systemtheorie & Praxisbezug: Multiplikator*innen lernen, wie soziale, ökologische und infrastrukturelle Faktoren im Quartier zusammenwirken, und leiten daraus konkrete Projekte ab.
  • BNE-Elemente & Vernetzung: Das Projekt zeigt Methoden auf, wie Wissen gebündelt, Kooperationen gestärkt und nachhaltiges Handeln langfristig verankert werden kann.
  • Praxisbezug: Die Pilotquartiere bieten reale Lern- und Erprobungsräume, um die Kompetenzen direkt anzuwenden.

Das ZiQ-Handbuch bündelt die Ansätze, Methoden und Erkenntnisse aus dem Projekt. Es steht sowohl als Print-Version als auch als offenes Online-Dokument zur Verfügung. Das Online-Handbuch wird kontinuierlich erweitert und unterstützt so den Wissenstransfer: Praktiker*innen in den Quartieren können ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen. 

Kontakt

ZiQ wird in der zweiten Laufzeit von STUDIO | STADT | REGION im Auftrag des Referats für Bildung und Sport (RBS) durchgeführt.