Parlamentarischer Abend zu BNE in Berlin

Am 9. Juli 2026 fand ein parlamentarischer Abend unter dem Titel "Bildung für nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlicher Zusammenhalt" statt.

BNE & gesellschaftlicher Zusammenhalt auf kommunaler Ebene

Das Forum Kommunen der Nationalen Plattform BNE und das Partnernetzwerk Kommunen luden am 9. Juli 2026 zum parlamentarischen Abend in Berlin ein. Die Fachstelle BNE der LHM, war als Teil des Sprecher*innen Teams des Partnernetzwerks Kommunen an der Planung und Organisation des Abends beteiligt.

Im Zentrum stand das Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlicher Zusammenhalt". Es wurde diskutiert, wie BNE bereits zur Gestaltung von Transformationsprozessen beiträgt und welche Entwicklungspotenziale mit Blick auf die Stärkung gesellschaftlichen Zusammenhalts in Transformationsprozessen noch ausgeschöpft werden können. 

Die Grußworte sprachen die Hamburger Umweltsenatorin Katharina Fegebank und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), Mareike Wulf.

Dr. Antje Brock (Freie Universität Berlin) gab einen wissenschaftlichen Input zu "BNE und Kommunen – zentrale Räume des Erlebens und Erlernens von gesellschaftlichem Zusammenhalt". Prof. Dr. Matthias Müller (Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg) gab unter dem Titel "BNE als Aufgabe der Kommunen?" Einblicke in die Pflicht- und freiwilligen Aufgaben von Kommunen. 

Die Kommunen Alb-Donau-Kreis, Dortmund, Dresden, Greifswald, Hamburg und München stellten außerdem ihr kommunales BNE-Engagement vor.

Policy Paper zu BNE und gesellschaftlichem Zusammenhalt

BNE sollte stärker als Beitrag zu Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und nachhaltiger Transformation verstanden werden. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Policy Paper "Bildung für nachhaltige Entwicklung: Zukünfte gestalten und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken", das im Mai 2026 veröffentlicht wurde.

Die Autor*innen Dr. Antje Brock (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Harald Hantke (Leuphana Universität Lüneburg) und JProf. Dr. Steve Kenner (Pädagogische Hochschule Weingarten) betonen die enge Verbindung von BNE und politischer Bildung. Beide Bildungsansätze fördern Analyse-, Urteils- und Handlungskompetenz und befähigen Menschen, gesellschaftliche Herausforderungen demokratisch mitzugestalten. Zu den zentralen Empfehlungen gehören die stärkere Förderung von Partizipation und Selbstwirksamkeit, die Verankerung des Whole Institution Approach in Bildungseinrichtungen, die Förderung politischer Medienkompetenz sowie eine engere Verzahnung von BNE und politischer Bildung.

Stellungnahme der Nationalen Plattform BNE

Das Policy Paper mit Handlungsempfehlungen wurde in der Sitzung der Nationalen Plattform (NP BNE) auf Entscheidungsebene am 5. Mai 2026 mehrheitlich zustimmend zur Kenntnis genommen. In ihrer Stellungnahme hält die NP BNE fest:

  • Die Handlungsempfehlungen bilden Grundlage für weitere Arbeit und sollen in den "jeweiligen Zuständigkeitsbereichen der Mitglieder" umgesetzt, weiterentwickelt und unterstützt werden.
  • Beispiele guter Praxis werden auf dem BNE-Portal veröffentlicht und können fortlaufend ergänzt werden.
  • Der Bexond2030-Prozess bietet die Chance, BNE noch konsequenter als politisches Bildungskonzept zu verankern. Die Verbindung von BNE mit dem Ziel des gesellschaftlichen Zusammenhalts muss dabei leitend sein.